Das Martyrium des hl. Karl Lwanga - Botschaft für die Kirche

auch für Papst und Bischöfe

Wolfram Schrems

Das Folgende gibt einen Vortrag wieder, den MMag. Wolfram Schrems zur Vorbereitung auf eine Votivmesse zu Ehren des hl. Karl Lwanga und seiner Gefährten am 7. Juni 2016 im Pfarrsaal der Pfarre St. Karl Borromäus, Wien, gehalten hat. Der Text wurde vom Autor selbst bearbeitet.

Hochwürdige Herren!
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Ich danke den Veranstaltern für die Einladung zu den ugandischen Märtyrern zu sprechen. Denn erstens ist es immer eine Ehre in diesem Rahmen zu sprechen und zweitens erlaubte mir die Aufgabenstellung eine intensivere Beschäftigung mit Glaubenszeugen, die uns – etwa 150 Jahre später und in einer anderen Weltgegend – vieles zu sagen haben.
Die Biographie Karl Lwangas war mir persönlich nicht näher bekannt. Ich erinnere mich aber an ein Denkmal, das ich 1999 in Fribourg im Vorgarten des Hauses der Weißen Väter gesehen habe. Ich glaube auch, mich an ein Plakat im Schaukasten der Karmeliterkirche meiner Heimatstadt erinnern zu können, als mir der Name das erste Mal unterkam. Es ist daher nicht so, daß der Heilige ein alter Bekannter gewesen wäre oder gar einer, zu dem ich eine besondere innere Beziehung gehabt hätte. Die nähere Beschäftigung eröffnete mir aber eine weitere Facette der Heiligkeit, die in der Kirche existiert. Ein junger Mensch, der schon rein menschlich gesehen, Vorbild für andere war – und der unter dem Einfluß der Gnade zum Heiligen und zum übernatürlichen Vorbild wurde. Sehr eindrucksvoll. weiter...»

Kirchlicher Widerstand gegen Islam in Geschichte und Gegenwart

Wolfram Schrems

Das Folgende gibt einen Vortrag wieder, den MMag. Wolfram Schrems zur Vorbereitung auf eine Votivmesse zur Verteidigung der Kirche am 27. Oktober 2015 im Pfarrsaal der Pfarre St. Karl Borromäus, Wien, gehalten hat. Der Text wurde vom Autor selbst bearbeitet.

 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

 Das Thema, das mir gestellt worden ist, beginnt mit einer Art Gewissenserforschung. Denn das Wort „Widerstand“ setzt zunächst eine innere Haltung voraus. Es setzt voraus, sich im Inneren von einer Haltung befreien zu wollen, die sich dreist in das Bewußtsein drängt. „Widerstand“ heißt also zunächst Wachsamkeit, also die Wachheit, die negativen Einflüsse im Inneren wahrzunehmen und sich entgegensetzen zu wollen. Es geht darum, das klebrige, aufdringliche und invasive Element des Unlauteren, ja, des Bösen, im eigenen Inneren wahrzunehmen. Es geht um den Willen, mit diesem Element keine Kompromisse zu machen. Schließlich geht es auch um den Willen, die eigene Saumseligkeit, Feigheit und Anpassungsbereitschaft zu überwinden – denn der Islam ist eine bedrohliche und zugleich einschmeichelnde Macht. weiter...»

Das Problem der Historizität im Denken Walter Kaspers und der Einfluß des deutschen Idealismus

Thomas Heinrich Stark

Das Folgende gibt einen Vortrag wieder, den o. Prof. Dr. Thomas Heinrich Stark (Hochschule St. Pölten, Hochschule Heiligenkreuz) im Rahmen der Präsentation von DODARO, Robert: „In der Wahrheit Christi bleiben“. Ehe und Kommunion in der Katholischen Kirche. Dokumente, Kommentare und Studien der Glaubenskongregation, Würzburg 2014, am 4. November 2014 im Pfarrsaal der Pfarre St. Karl, Wien, gehalten hat.

Die Kirche ist ein Stein des Anstoßes. Das war sie schon immer, besonders in der Zeit ihrer Gründung und ihrer darauf folgenden ersten Entfaltung im frühen Christentum der Antike. Diese Anstößigkeit führte im frühen Christentum zur Verfolgung der Kirche durch die sie umgebende heidnische Welt. Das seit einigen Jahrzehnten vielbeschworene „Urchristentum“ ist also gekennzeichnet durch eine entschlossene Frontstellung gegenüber „der Welt“, für die zahllose Christen mit dem Märtyrertod bezahlt haben. Die Kirche ist gegründet auf das Blut der Märtyrer, auch auf das von John Fisher und Henry Moore, die im England des 16. Jahrhunders ihr Leben für ihre Treue zur katholischen Ehelehre hingegeben haben.weiter...»

Die Lehre des 2. Vatikanums zur Religionsfreiheit im Lichte der Überlieferung

Edmund Waldstein OCist

Dem Folgenden liegt ein Vortrag zu Grunde, den der Autor am 27. Mai 2013 im Pfarrsaal der Pfarre St. Karl, Wien, gehalten hat.

1. Einleitung

In den Jahrzehnten seit dem 2. vatikanischen Konzil hat die Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis humanæ“ wie kein anderer Konzilstext das offizielle Verhältnis der Kirche zur Welt bestimmt. In der Auseinandersetzung mit dem atheistischen Kommunismus in den ersten Jahrzehnten nach dem Konzil, und in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit dem Islamismus im Nahen Osten auf der einen Seite und dem ideologischen Säkularismus im Westen auf der anderen Seite, präsentiert sich die kirchliche Diplomatie vor allem als Verteidigerin der Religionsfreiheit. Und wie kein anderes Dokument verkörpert „Dignitatis humanæ“ den Wandel im Verhältnis zwischen Kirche und moderner Welt am 2. Vatikanum. Ein Hauptanliegen des Konzils war es, das antagonistische Verhältnis der Kirche zur modernen Welt besonders seit der französischen Revolution zu überwinden, um zu einem friedlicheren Verhältnis zu kommen. Statt nur die Irrtümer des neuzeitlichen Liberalismus zu verdammen, wollte man die positiven Elemente und authentischen menschlichen Anliegen, die darin ausgedrückt waren, aufgreifen und durch eine übernatürliche Sichtweise reinigen und veredeln.[1] Die Religionsfreiheit wurde als entscheidender Punkt in diesem Wandel gesehen. Denn die Freiheit des Gewissens und deswegen auch der Religion war ein wichtiges Anliegen der Aufklärung und des bürgerlichen Liberalismus des 19. Jahrhunderts, und die Opposition der vorkonziliaren Päpste gegen diese Freiheit war eine Hauptbegründung des modernen Antiklerikalismus und Laizismus.[2] weiter...»


[1] Vgl. Papst Benedikt XVI., Expergiscere homo. Ansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie beim Weihnachtsempfang, 22. Dezember 2005 in AAS 95,1 (2006) 40-53; Dt.: www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2005/december/documents/hf_ben_xvi_spe_20051222_roman-curia_ge.html (Zugriff am 15.10.2014).

[2] Vgl. Martin Rhonheimer, Christentum und säkularer Staat (Freiburg 32012) 134-139, 143; Eberhard Schockenhoff, Das Recht, ungehindert die Wahrheit zu suchen. Die Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis humanae, in: Jan-Heiner Tück (Hg.), Erinnerung an die Zukunft. Das zweite vatikanische Konzil (Freiburg-Basel-Wien 22013) 702.