Predigt zum Fest des Hl. Karl Borromäus

Raymond Leo Kard. Burke

Die Folgende Predigt wurde am 4. November 2014 in der Wiener Karlskirche gehalten. Ihr liegen die Epistel Sir 44, 16-27; 45, 3-20 und das Evangelium Mt 25, 14-23 zugrunde.

Gelobt sei Jesus Christus:
In Ewigkeit. Amen!

            Es ist für mich eine Quelle besonderer Freude, das heilige Messopfer am Festtag des heiligen Karl Borromäus in dieser überwältigend schönen Kirche darzubringen, die unserem Erlöser und seinem beispielhaften Hohepriester, dem heiligen Karl Borromäus, geweiht ist. Die außergewöhnliche Schönheit dieser Kirche spiegelt die noch außergewöhnlichere Schönheit der Heiligkeit im Leben des heiligen Karl wider, des heroischen Hirten, der die Vollendung des Konzils von Trient sowie die Umsetzung seiner Lehre und seiner Disziplin für die Rettung zahlloser Seelen betrieben hat. Das Kirchengebäude selbst wie seine künstlerische Ausgestaltung inspirieren uns, das Leben des heiligen Karl tiefer zu betrachten sowie danach zu streben, seine heroische Heiligkeit unter den Bedingungen unseres täglichen Lebens nachzuahmen, allem voran, indem wir Gott unsere Verehrung „im Geist und in der Wahrheit“[1] darbringen. weiter...»


[1] Joh 4, 24.

Das Fegefeuer

Siegfried Lochner

Die folgende Predigt hat MilDekan Mag. Siegfried Lochner, Burg- und Militärpfarrer zu Wr. Neustadt, am 7. November 2011 in der Wiener Karlskirche anläßlich eines feierlichen Requiems für verstorbene Freunde und Wohltäter der Una Voce Austria gehalten.

Andächtige Christgläubige im Herrn!

            Wir glauben an die Existenz des Fegefeuers. Und weil die Kirche von der Existenz des Fegefeuers überzeugt ist, und diesen Glaubenssatz zum Dogma erhoben hat, deswegen feiert jeder katholische Priester am Allerseelentag nach Möglichkeit dreimal das heilige Opfer für die Armen Seelen im Fegefeuer. Die Sorge der heiligen Mutter Kirche für die Verstorbenen ist so groß, daß sie die ganze Allerseelenwoche hindurch den Priestern gestattet, das heilige Opfer für die Armen Seelen darzubringen, und daß während dieser ganzen Woche jeder Altar ein privilegierter Altar ist. Wenn auf diesem das heilige Opfer dargebracht wird, dann werden den Armen Seelen besondere Ablässe zuteil. Und so wollen wir aus diesem katholischen Glauben reiche Früchte für unser geistliches Leben schöpfen, und für das Heil jener, die uns in die Ewigkeit vorrausgegangen sind. weiter...»