Die bischöfliche Meßfeier

in der außerordentlichen Form des römischen Ritus

Eine Einführung

Stephan Csernohorszky

Wenn ein Bischof zum Altar schreitet um die Messe zu feiern, dann umgibt ihn die Kirche mit einer Reihe von Zeremonien, Gesten und Gewändern. Will man sie recht verstehen, muß man sie allegorisch deuten, ihnen also einen übertragenen Sinn beilegen. Die Kirche selbst tut das, so betet sie, wenn ein neuer Bischof geweiht wird: „Gott, du hast deinen Knecht Moses in vertrauter, heimlicher Unterredung, als du ihm zeigtest, wie das Himmlische zu pflegen sei, auch über die Tracht und Kleidung der Priester belehrt. Du hast ferner angeordnet, daß Aaron, der Erwählte, zu den heiligen Handlungen in geheimnisvoll-heilige Tracht sich kleiden sollte, damit die Nachfahren aus dem Beispiel der Vorfahren Einsicht und Erkenntnis schöpften. So sollte keine Zeit in Unwissenheit sein über Deine Lehre, da bei den Alten schon die Erscheinung der Sinnbilder sich Ehrfurcht verschaffte, wir aber die größere Sicherheit fänden in der wirklichen Erfahrung der Dinge, als in ihren rätselhaften Abbildern. / Denn die Tracht jener alten Priester bedeutet den Schmuck unseres inneren Menschen. Und an die Herrlichkeit des Hohepriesters erinnert uns nicht so sehr die auszeichnende Kleidung, als der Glanz der Seelen. weiter...»

Nachruf

auf

RA Dr. Robert Geischläger

Abg. z. NR. a. D.

Ralf Siebenbürger

Am 19. August ist Dr. Robert Geischläger, der Doyen der Una Voce Austria, gestorben. Geboren wurde Robert Geischläger am 6. Mai 1919. Er wuchs in Wien-Hietzing auf, wo er auch die Volksschule und später das Gymnasium besuchte. Aus dieser Zeit verband ihn einge Jugendfreundschaft mit seinem Schulkollegen, dem späteren Wiener Erzbischof Hans Hermann Kardinal Groer. Nach der Matura begann er 1937 mit dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien. Während des II. Weltkrieges in die Deutsche Wehrmacht eingezogen, konnte er sein Studium 1947 abschließen. Ebenfalls 1937 trat er der CV-Verbindung Norica bei, in der er den Couleurnamen Perikles trug.
Nach dem Abschluss des Rechtsstudiums war er an den Instituten für Völkerrecht und Rechtsphilosophie wissenschaftlich tätig. Ein weiteres Studium an der Technischen Hochschule blieb unvollendet. 1961 legte er die Rechtsanwaltsprüfung ab. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt war er als Rechtskonsulent des Verbandes der Wiener Lichtspieltheater tätig. Inzwischen in Wien-Mariahilf ansässig, begann er sich politisch zu engagieren. 1964 bis 1968 war er Bezirksrat der ÖVP in seinem Heimatbezirk, 1968 bis 1970 war er Abgeordneter zum Nationalrat.
Als in den Jahren nach dem II. Vatikanischen Konzil die liturgischen Reformen einsetzten, engagierte sich Robert  Geischläger in der Una Voce Austria. Jahrzehntelang war er Landesobmann der Landesorganisation Wien - Niederösterreich.

„Leiblichkeit und Sexualität“

Eine etwas sonderbare Ausstellung in der Votivkirche Wien (25. April – 15. Juni 2014)

Kunstgeschichtlich-kunsttheologische Streiflichter zum Ausstellungskonzept

Tibor I. Szabó

Über die Homepage der Votivkirche ist zu dieser Präsentation u. a. zu erfahren:
„Die Ausstellung stellt Kunst in den Mittelpunkt eines kritischen Dialogs zwischen religiösen und nichtreligiösen Perspektiven zur menschlichen Sexualität, dem Leib, der Sehnsucht und den Beziehungen. Die Kunstwerke thematisieren keine religiösen Inhalte. Sie können aber durch die Ausstellung in der Kirche eine religiöse Bedeutung erhalten. Dieser religiöse Sinn lässt sich nicht so sehr im Objekt selbst, sondern im Kontext des gesamten Kunsterlebnisses finden. Das Ausstellungskonzept fußt auf der Prämisse, dass die Kirche mehr als nur einen Hintergrund für liturgische Feiern anbietet. […] Die Ausstellung soll eine Kommunikationsbasis für einen Dialog zwischen der zeitgenössischen Kunst und der sog. “Theologie des Leibes” schaffen. […] Daher wird jede Installation in die Architektur sensibel eingegliedert und die religiöse Bedeutung der Kirche im Ganzen wie im Einzelnen wird respektiert. […] Die Bereicherung für den Besucher besteht gerade in der Betrachtung und kritischen Auseinandersetzung mit der durch die Ausstellung hervorgerufenen Erfahrung, durch die Konfrontation des eigenen Erfahrungsschatzes mit der Erfahrung des durch die Ausstellung angeregten Dialogs und die daraus enstehenden Eindrücke." weiter...»

Der Autor ist Kunsthistoriker in Wien.